Bundesministerium fordert: Vereinheitlichung der “Kleinstmengen” für den Eigenbedarf von Cannabis.

verbraucherschutz

Obwohl der Besitz von Cannabis in Deutschland offiziell verboten ist, haben alle Bundesländer eine Ausnahmeregelung bezüglich der “Kleinstmengen für den Eigenbedarf”. Diese liegt in Berlin beispielsweise bei 15 Gramm, während in Brandenburg und München nur sechs Gramm erlaubt sind. Diese Diskrepanz kommt daher zustande, weil es den Ländern seit 1994 erlaubt ist, den Grenzwert selbsttätig festzusetzen. Jetzt möchte der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfahlen, Ralf Jäger, die Länder dazu aufrufen, eine einheitliche Lösung zu finden, was nicht einfach ist, weil es zunächst darum geht, ob man die als “geringe Menge” bezeichneten Grenzwerte nach oben oder unten korrigiert. Auch in anderen Ländern Europas gibt es Regelungen für den Besitz und Konsum der psychoaktiven Pflanze.

So liegt in Österreich der Grenzwert für “geringe Mengen” bei 20 Gramm Tetrahydrocannabinol, was bis zu 300 Gramm an getrockneten Blüten entspricht. Wesentlich strikter ist die sonst so liberale Schweiz. Hier ist der Besitz und sogar der Konsum strafbar. Die Niederlande sind das einzige Land in Europa, wo man Cannabis in sogenannten “Coffee Shops” legal erwerben und konsumieren darf. Darüber hinaus ist es auch erlaubt Samen zu kaufen und zu wachsen mit ein maximum von fünf pro Haushalt. Es gilt zwar eine Obergrenze von 5 Gramm, jedoch wird der Besitz von größeren Mengen, solange ersichtlich ist, dass diese für den Eigenkonsum vorgesehen sind, nur selten geahndet. Die liberalsten Drogengesetze hat übrigens Tcheschien. Hier ist nur Cannabis “legal”, sondern es gibt sogar Grenzwerte für härtere Drogen. Selbstverständlich möchte der nordrhein-westfählische Innenminister keine so liberalen Gesetze wie in den Niederlanden oder Tcheschien schaffen, aber selbst eine Vereinheitlichung der bestehenden Grenzwerte könnte dabei helfen, die Kriminalisierung von Cannabis-Konsumenten zu minimieren.

legal cannabis