- Alles nicht so schlimm?

Nach den Enthüllungen des amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden sind vor allem die Bürger westlicher Länder, die täglich das Internet benutzen, verunsichert. Man kann sich nicht sicher sein, ob ein paar Keywords bereits den NSA auf den Plan rufen oder die Einkaufsliste bei Amazon zum Rezept für Terroranschläge wird. Auch der BND, der Bundesnachrichtendienst soll aktiv mitgewirkt haben. Selbst vor der eigenen Regierung habe man nicht halt gemacht und erst zuletzt wurden interne Anordnungen des BND bekannt, die bestätigten, dass Handynummern deutscher Bundesbürger an amerikanische Behörden weitergeleitet wurden. Der Sicherheitsexperte Dr. Sandro Gaycken der freien Universität Berlin ist jedoch der Meinung, dass sei “alles nicht so schlimm” und für Bundesbürger bestehe nur ein geringes Risiko, durch die achtlose Verwendung von Wörtern wie “Bombenstimmung”, “Islam” oder “Terroranschlag” unter Verdacht zu geraten. Immerhin würden echte Terroristen niemals öffentlich ihre Pläne diskutieren. Schon gar nicht in E-Mails.

Viel eher verwenden sie eine Art Geheimcode und bevor etwas geschehe müsse schon die eigene Person eng mit terroristischen Fraktionen verknüpft sein. Als lächerlich empfindet er auch den Aufruf, möglichst viele E-Mails mit solchen Keywörtern zu versenden, da diese schnell aussortiert werden und in keinem Fall den gewünschten “Terror-Spam” verursachen. Zum Schluss betont er, dass wohl nur einige ausgesuchte wirklich dauerhaft geprüft werden, alle anderen E-Mails werden lediglich durch ein Computerprogramm überwacht, das nur in den wenigsten Fällen wirklich anschlagen dürfte. Mittlerweile hat der US-amerikanische Präsident Barrack Obama angekündigt, mehr “Transparenz” bei Überwachungsprogrammen schaffen zu wollen. Er möchte damit die Einhaltung der Privatsphäre-Standards kontrollieren und die öffentliche Zuversicht wieder herstellen. Möglicherweise ist es dafür jedoch zu spät.

 

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