Deutschland ist ein Mehrparteienstaat. Unzählige Parteien – nicht nur die CDU/CSU, die SPD, die Grünen, die FDP, die Linken und die Piraten – kämpfen im Vorfeld von Wahlen um die Aufmerksamkeit der Wähler. Und weil das mit der Aufmerksamkeit in Deutschland über die bekannten sozialen Medien noch nicht so richtig klappen will, präsentieren sich die zur Wahl stehenden Damen und Herren immer noch besonders gerne in den Fußgängerzonen in ihrem jeweiligen Wahlkreis. Denn dort können sie schnell in den so wichtigen Dialog mit den Wählern treten. Und wenn sie mal nicht persönlich in der Stadt stehen, dann grüßen ihre Gesichter doch von Plakaten an jedem zweiten Laternenpfahl, von Litfaßsäulen und von großflächigen Wahlplakaten.

Unübersehbare Eigenwerbung
Das Wahlplakat als Eigenwerbung ist meist einfach gestaltet. Es lacht der zur Wahl stehende vom Plakat und darunter steht ein kurzer Slogan, der etwas darüber aussagt, was er oder sie nach der Wahl ändern will. Und dann sind da noch das Parteilogo, das prominent platziert ist, und der Link zur Webseite der Partei. Das ist simple und wenig einfallsreich, aber dennoch scheint es effektiv zu sein. Sie haben eine Reichweite von 77 Prozent. Denn die Plakate hängen dort, wo sie niemand übersehen kann: an Kreuzungen, an Ampeln oder in der Nähe von Bus- und Bahnhaltestellen. Sprich: Sie sind dort, wo die potenziellen Wähler zwangsweise warten müssen und die Plakate gar nicht übersehen können.

Plakat ist nicht gleich Plakat
Doch es gibt Unterschiede zwischen den Plakaten. Während die Großflächenplakate vom jeweiligen Bundesverband der Partei gestaltet werden, werden die Kleinflächenplakate, die an den Laternenpfahlen hängen, von den Kreis- oder Landesverbänden hergestellt. Daneben gibt es oft große Fotoleinwände die die Politiker über das Land verteilen. Auf den großen Plakaten werden dementsprechend nationale Themen angesprochen, auf den kleinen dagegen die lokalen Themen. Außerdem stellen sich die Direktkanditaten des jeweiligen Wahlkreises auf den kleinen Plakaten vor. Ab etwa vier Wochen vor Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen tauchen die Plakate auf. Zumindest die Großflächenplakate werden im Laufe dieser Zeit noch einige Male ausgetauscht. Plakatiert werden darf übrigens nicht ohne weiteres: Auch die Wahlplakate dürfen nur mit einer Sondergenehmigung aufgehängt werde.

Quellen:
- http://wahlplakat.wordpress.com
- http://marcbohn.de

 

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