Die Partei „Die Linke“ ist seit dem 2. Juni nicht mehr führungslos. Nach langen Diskussionen haben Katja Kipping und Bernd Riexinger auf dem Göttinger Parteitag den Parteivorsitz übernommen.

Die neue Doppelspitze
Im April gab Gesine Lötzsch den Parteivorsitz der Linken wegen einer Erkrankung ihres Mannes ab. Die Suche nach einer neuen Doppelspitze begann, denn auch der Stellvertreter Klaus Ernst wollte seinen Posten gerne räumen. Und damit wurden auch immer mehr parteiinterne Streitereien öffentlich. Zehn Bewerber um den Posten des Parteivorsitzes gab es. Unter anderem die die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Katharina Schwabedissen, sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann und der ostdeutsche Reformer Dietmar Bartsch kandidierten. Und auch Sahra Wagenknecht, Lebensgefährtin von Oskar Lafontaine, war lange im Gespräch. Am Ende war es auch Lafontaine, der seinen Willen bekommen hat: Sein guter Freund Bernd Riexinger, 56 Jahre alter Baden-Württemberger, ist mit 53,1 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden der Linkspartei gewählt wurden. Allerdings ist Riexinger kein Alleinherrscher. An seiner Seite steht Katja Kipping, 34 Jahre alt. Die sächsische Bundestagsabgeordnete erhielt fast zwei Drittel aller Stimmen im ersten Wahlgang. Entsprechend des parteiinternen Wahlverfahrens gab es zunächst einen Wahlgang, in dem ausschließlich Frauen zur Auswahl standen. Damit soll sichergestellt werden, dass Führungspositionen gleichberechtigt besetzt werden. Anschließend wird ein Co-Chef gewählt, der ein Mann oder eine Frau sein kann.

Auf Versöhnungskurs mit den Ostdeutschen
Die wichtigste Aufgabe der neuen Parteivorsitzenden: Die zerstrittene Partei wieder auf einen einheitlichen Kurs bringen. Nur wenige Tage nach der Wahl zum Parteivorsitz haben Riexinger und Kipping ein Papier für die ersten 120 Tage im Amt vorgelegt. Darin steht, dass sie die Kommunikation innerhalb der Partei verbessern wollen. Doch das wird gar nicht so einfach. Denn Riexinger, bisher Chef der baden-württembergischen Linkspartei, ist ein Vertreter des extrem linksgerichteten Gewerkschaftsflügels der Partei. Und damit ist er bei den Ostdeutschen, die sich eine Reformorientierte Linkspartei wünschen, unbeliebt. Um die Gräben zwischen dem Ost- und Westlager der Partei aber trotzdem schnellstmöglich zu schließen, führte seine Sommertour Riexinger als erstes nach Mecklenburg-Vorpommern. Ziel: Seine Beliebtheit dort steigern.

Quellen:
- http://www.spiegel.de
- http://www.die-linke.de

 

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