Deutschland ist seit mehr als 20 Jahren wiedervereinigt. Doch wenn es um die Partei „Die Linke“ geht, besteht Deutschland immer noch aus einem West- und einem Ostteil. Die Partei hat mit Katja Kipping und Bernd Riexinger zwar zwei neue Vorsitzende, doch der Machtkampf zwischen den beiden Parteigründern Gregor Gysi und Oskar Lafontaine ist damit noch lange nicht beendet.

 Eine Partei, zwei Meinungen
Seit Monaten streiten Ost- und West-Linke. Hauptgrund dafür ist die zukünftige Ausrichtung der Partei. Während die Linken im Osten der Republik eng mit der SPD zusammenarbeiten wollen, wollen sich die Linken im Westen von der Konkurrenz abgrenzen. Mit seiner Rede auf dem Göttinger Parteitag hat Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linken, nun nicht unbedingt dazu beigetragen, dass der Streit bald beigelegt wird. Im Gegenteil: Er hat sich bei seinen Genossen im Westen unbeliebt gemacht. In der Rede hatte der 64-Jährige Berliner das Auftreten der westdeutschen Parteimitglieder kritisiert. Dies erinnere ihn „an die westliche Arroganz bei der Vereinigung unseres Landes“. So wird Gysi im Spiegel zitiert.

Die Spaltung der Partei ist nur eine Frage der Zeit
Die westdeutschen Parteimitglieder werfen Gysi nun vor, unehrlich zu sein und zudem ausschließlich im Interesse der Ostdeutschen zu handeln. Damit haben sie gar nicht so unrecht: Im Machtkampf um den Parteivorsitz, der im Vorfeld des Parteitages zwischen Oskar Lafontaine aus dem Saarland und Dietmar Bartsch  aus Stralsund tobte, hat Gysi ganz offen den Ostdeutschen Bartsch unterstützt. Allerdings verlor Bartsch schließlich gegen Baden-Württemberger Bernd Riexinger, übrigens ein langjähriger Freund von Lafontaine. Gysi sprach in seiner Rede auch eine mögliche Spaltung der Partei an. Laut Spiegel sagte er: „Es ist dann besser, sich fair zu trennen als weiterhin unfair, mit Hass, mit Tricksereien, mit üblem Nachtreten eine in jeder Hinsicht verkorkste Ehe zu führen.“ Es bleibt also spannend, ob eine oder zwei Linksparteien zur Bundestagswahl 2013 antreten werden. Ein neues Streitthema zwischen Ost und West gibt es bereits: Die Vize-Parteichefin und stellvertretende Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, Lebensgefährtin von Oskar Lafontaine, möchte als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf ziehen. Diese Rolle wollte eigentlich Gregor Gysi erneut übernehmen.

 

Quelle:
- http://www.spiegel.de

 

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